Zugversuch - Zugprüfung.

Hält der Sicherheitsgurt, was er verspricht?

Im Bereich der Verkehrssicherheit und des Fahrzeug-Insassenschutzes sind Zugversuche an Sicherheitsgurten sogar lebensrettend.
Ob Textilien, Guss- und Schmiedeerzeugnisse, Bleche und Stabmaterial – der Zugversuch an der Zugprüfmaschine ist ein genormtes Standardverfahren der Werkstoffprüfung, mit dem wir Streckgrenze, Zugfestigkeit, Bruchdehnung, Elastizitätsmodul und weitere Werkstoffkennwerte ermitteln. Diese ermittelten Kennwerte bilden die Grundlage für die Berechnung und Dimensionierung von statisch beanspruchten Bauteilen und Konstruktionen. Sie werden zur Charakterisierung des Verarbeitungsverhaltens der Werkstoffe benötigt und dienen in der Qualitätskontrolle für die Beurteilung der Gleichmäßigkeit der Produktion.  Bei der Werkstoffauswahl werden sie für den Vergleich zwischen Werkstoffen und Werkstoffzuständen verwendet.
Zugversuche gehören in der mechanischen Werkstoffprüfung neben der Härteprüfung zu den am häufigsten durchgeführten Prüfmethoden.

Im Zugversuch ermitteln wir beispielsweise, welche Belastung ein Werkstoff aushält bis er sich plastisch zu verformen beginnt (Streckgrenze) oder unter welcher maximalen Belastung der Werkstoff zerreißt (Zugfestigkeit). Im Zugversuch ermitteln wir auch, welche Dehnung der Werkstoff nach dem Bruch aufzeigt (Bruchdehnung), um Aufschluss über die Zähigkeit eines Werkstoffes zu erhalten.

Zur Durchführung des Zugversuchs wird eine Probe (zB. Rundzugprobe, Flachzugprobe, Schulterstab) in die Zugprüfmaschine fest eingespannt. Danach wird die Probe unter Zugspannung gesetzt, indem die Spannbacken langsam und stoßfrei hochgefahren werden. Dieser Vorgang wird fortgesetzt, bis die Probe reißt. Während des gesamten Vorgangs misst eine Kräftemessdose die Krafthöhe und die Längenänderung des Zugstabes mittels Feindehnmesser. Als Ergebnis erhält man eine für jeden Werkstoff spezifische Kraft-Dehnungs-Kurve.

Mit einer breiten Palette an Zugversuchen helfen wir Ihnen, Fragen der Qualität, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit schnell und zuverlässig zu beantworten und auch komplexe Aufgabenstellungen zu lösen. Dazu gehören sowohl die Durchführung der Standardzugprüfungen an Normprobekörpern, als auch die Erarbeitung nicht genormter Prüfmethoden an Bauteilen sowie Prüfaufbauten und –vorrichtungen zur Lösung von speziellen Problemen im direkten Kundenkontakt.

Unsere Leistungen im Überblick:

  • Zugversuch an Metallen gemäß DIN EN ISO 6892, DIN EN 10002 und DIN 50125 (Bestimmung der Rp0,1; Rp0,2, Zugfestigkeit, Reißdehnung)
  • Zugversuch an Kunststoffen gemäß DIN EN ISO 527 (Bestimmung der Zugfestigkeit; E-Modul; Reißfestigkeit; Reißdehnung)
  • Zugversuch an Elastomeren / Kautschuk gemäß DIN 53504 (Bestimmung von Reißfestigkeit; Reißdehnung)
  • Zugversuch an Textilien gemäß DIN EN ISO 13934
  • Zugversuch von Verbindungselementen gemäß EN ISO 898
  • Weiterreißfestigkeit von Elastomeren gemäß DIN ISO 34-1
  • Anfertigung von Zugproben gemäß DIN 50125
  • Anfertigung von Zugproben gemäß DIN EN ISO 527
  • Zugversuch / Fmax-Ermittlung am Bauteil

Fallbeispiel: Zugversuch an Schulterstab aus Polypropylen

schulterstab

Abbildung 1: Zugversuch an Schulterstab PP nach DIN EN ISO 527

auswertung-nach-DIN-EN-ISO-527

Abbildung 2: Auswertung - Bestimmung der Zugfestigkeit; Reißdehnung